Die Naginata (Hellebarde) wurde aus dem Bisentō (Schlachtfeldhellebarde) entwickelt, das während Chinas To Periode (618 – 398 v. Chr.) von China nach Japan kam und in China den Namen Kwan-To trug.

Die erste Person die sich in China durch die Waffe „Tai-Hun-Dao“ einen Namen gemacht hat war General Lien Po aus dem Land Chao während der Kriegsperioden, ca. 475 – 221 v. Chr.

Ein weiterer Experte mit dieser Waffe war dann Kwan-Yun-Chang ein hervorragender Militärischer Führer des Landes Shu (220 – 280 n. Chr.).

Ein nach Japan einwandernder chinesischer Krieger, bekannt als Tetsujo-Bo brachte diese Waffe über Korea nach Japan und lehrte die Handhabung des Bisentō, Izumo Kaja Yoshiteru, von der Minamoto Familie, der ca. zwischen 1156 und 1159 auf der Honshu Insel war.

Er floh nach einer Niederlage gegen Tadamitsu Fujiwara in eine Höhle in Izumo (heute Totori-Präfektur) wo er dann auf Tetsujo-Bo traf, der ihn unterrichtete.

Das Bisentō ist eine große Naginata, hat eine größere und härtere Klinge und wurde benützt um Rüstungen oder Helme der Krieger zu durchschneiden, sowie die Beine der angreifenden gegnerischen Pferde. Es gab Bisentō die von drei Soldaten gleichzeitig wie eine „Sichel“ auf dem Schlachtfeld geführt wurde.

Während der Heian Periode (794 – 1185) wurde die Naginata von der Infanterie benutzt um die Beine der Pferde abzuschneiden und dadurch den Reiter vom Pferd zu holen.

In der Geschichte gibt es Aufzeichnungen die besagen, das große Naginata-Einheiten in der berühmten Schlacht der Taira gegen die Minamoto bein Dan-no-Ura (1185) eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Yoshitsune der große Minamoto-Führer traf während den Schlachten „Ichi-no-Tani“ und „Dan-no-Ura“ alle seine Entscheidungen und Befehle mit der Naginata in der Hand.

Die Naginata hatte damals einen großen Effekt gegen die Rüstungen dieser Zeit. Der Schienbeinschutz (Sune-Ate) den die Krieger trugen war ein wichtiger Schutz gegen die Angriffe der Naginata zu den Beinen.

Nach dem Ende der Minamoto Herrschaft kam nach 1199 die Hojo-Familie und aus dieser Zeit geht eine besonders wagemutige Naginata-Kämpferin hervor.

Die Frau Itagaki, war eine große Kämpferin mit der Naginata und sie trug die Verantwortung für das Torizakayama Schloß mit 3.000 Garnisons-Kriegern. Das Hojo Shogunat entsandte 10.000 Krieger um das Schloß zu zerstören. Itagaki führte die eigenen besiegten Truppen aus dem Schloß heraus in mitten der Hojo-Truppen und ging in einen Kampf, indem sie viele Gegner tötete, bevor sie fiel.

Die letzte große Rolle spielte die Naginata während den 100 Jahren der Sengoku-Jidai-Periode (1467 – 1573) sowie bei der Schlacht von Sekigahara (1600).

Die Naginata gehört mit zu den ältesten japanischen Waffen und die älteste Ryū für Naginata-Jutsu war die 1168 gegründete „Ko-Ryū“. Bis zur Muromachi-Periode existieren allein 425 Naginata Ryū von denen Tendo- und die Shinkage Ryū die bekanntesten waren.

Einige der Ryū lehrten auch den Gebrauch der Naginata vom Pferd aus, was von dem Reiter eine große Sattelfestigkeit verlangte, da die Naginata mit beiden Händen geführt werden musste.

Bis zum 15. Jahrhundert wurde die Naginata auch von den Samurai benutzt, doch als zu dieser Zeit der Yari (Speer) mit einer geraden Klinge aufkam, wurde er der Naginata vorgezogen. Sie wurde zu einer Waffe der daheimbleibenden Frauen der Samurai die sich damit verteidigten und Haus und Hof damit beschützten. Während der Edo-Periode war die Naginata dann fast nur noch eine Frauenwaffe.

Die Naginata war eine Waffe die auch von den Yamabushi (Bergasketen), den Vorvätern der späteren Ninja-Krieger verwendet wurde. Es gab sogar eine Ninjutsu-Ryū die den Namen „Negoro Yamabushi Ryū“ trug. Die Asketen waren sehr bewandert im Umgang mit der Naginata und ihrer verschiedenen Taktiken.

Die Naginata der Ninja waren üblicherweise kürzer und leichter als die normale Naginata, dafür aber stabiler. Der Mittelteil der Waffe war oft verstärkt oder aus Metall. Manchmal bauten die Ninja sich eine Naginata, indem sie ein Kotachi oder ein Ninja-Tō an einen Bō oder einen Bambusstab von gleicher Länge festbanden. Die größte und schwerste Ausführung war das Bisentō das in der Togakure Ryū benutzt wurde.

Wärend die meisten Ryū darauf ausgelegt waren sich gegen ein Katana zu verteidigen, wird die Naginata in der Toda Ryū, Kukishinden Ryū und der Togakure Ryū auch gegen andere Waffen, einschließlich gegen eine andere Naginata eingesetzt.

Prinzipien und Arbeitsweisen mit der Naginata

In Japan wird die Naginata und das Bisentō als das gleiche angesehen und es wird keine Differenzierung gemacht.

Die Holznaginata die zum Training benutzt wird heißt „Tendō“. Der ovale Holzschaft heißt „Nakae“. Das untere Ende der Naginata nennt sich „Ishizuka“.

Es gibt unterschiedliche Klingenarten dieser Waffe. Manche waren breit ähnlich den europäischen Hellebarden, andere wiederum schmal wie ein Katana oder ein Kotachi mit stärkerer Krümmung. Oftmals wurden die Klingen der Naginata aus einem Katana oder einem Kotachi herausgearbeitet.

naginata

Verschiedene Arten von Naginata

In der Naginata verbinden sich drei Prinzipien von Waffen, die des Rokushaku Bō-Jutsu, die des Yari-Jutsu und die des Ken-Jutsu.

Benutze die ganze Länge der Waffe und achte beim Schlagen darauf, das die vordere Hand gestreckt ist (Zeigefinger gestreckt) und die andere Hand leicht an der Hüfte anliegt und die Waffe hält.

Mit der Tsuba der Naginata konnte man das Katana des Gegners kontrollieren aber auch das Katana herziehen.

Durch die gebogene Klinge der Naginata kann man indem man schiebt oder zieht, in einer sehr weichen und sanften Bewegung den Gegner schneiden. Die Klinge kann Schlagen und Schneiden aber auch beides gleichzeitig indem man mit Ma-ai und Taisabaki arbeitet.

Das Bisentō wird durch den ganzen Körper geführt. Man hält den Griff fest und benutzt Körperdrehungen und Fußarbeit um die Waffe gegen einen Gegner zu führen.

Man benutzte das Bisentō auch oft wie einen Knüppel, der den Gegner erst mal „umhaute“, um ihn dann mit der Klinge anzugreifen.

Wenn ein Schwertkämpfer den Hieb eines Bisentō abwehren wollte, kam es häufig vor, das das Schwert entzwei ging, da das Bisentō eine starke schwere (ca. 25 kg) Klinge besitzt. Als Schwertkämpfer ist es das Beste sich so zu verteidigen, indem man den Angriffen so lange ausweicht bis der Angreifer müde wird. Es ist sehr wichtig dass das Schwert die Bisentō-Klinge nicht berührt.

Wenn man mit einem Katana den Hieb einer Naginata abwehren will sollte man weit genug innen am Schaft der Waffe ansetzen, da nach der Klinge oft noch ein längeres Metallteil in den Holzteil ging.