Der Ursprung der Takagi Yōshin Ryū wird auf einen Wandermönch mit Namen Sounryū oder Unryū zurückgeführt. Im „Dai Nihon Bugei Ryū Ha“ wird aufgeführt das Unryū um das Jahr 1569 in Rikuzen Funakawa unweit des Berges Sanroku lebte. Er war ein Spezialist des Taijutsu, Shurikenjutsu und Bojutsu aus dem „Amatsu Tatara Rinpo Hiden Makimono“. Unryū lehrte sein System mit dem Yari, genannt „Sessho Hiden no Jutsu“ an Ito Suke`sada.

Ito war ein Samurai aus  Katakura Kojuro, Provinz Fukushima. Dieser traf auf Takagi Oriuemon Shigenobu, einem 16 Jahre alten Samurai aus dem Norden Japans. Shigenobu wurde am 02.April 1625 geboren und starb am 7.Oktober 1702.

Ito lehrte dem jungen Shigenobu seine Kriegertechniken und der Grundstein für die Takagi Yōshin Ryū war geschaffen. Mit 20 Jahren bekam er die Menkyo Kaiden überreicht.

Shigenobus Vater war ein Gefolgsmann des Daimyo von Tohoku-Shiraishi Han. Er wurde Sanzaemon Inatobi genannt. Er wurde eines Nachts in einer dunklen Gasse überfallen und ermordet. Shigenobu rächte den Tod seines Vaters, in Erinnerung an einen Rat, welchen er früher von ihm erhalten hatte:

„Eine Weide ist biegsam, ein hoher Baum zerbricht.“

Nachdem Shigenobu die Menkyo Kaiden von Ito Sukesada erhalten hatte, überarbeitete er die Techniken und Methoden. In vielen Kämpfen mit der Yagyu Ryū, der Schwertkampfschule des Tokugawa Shogunats, ging er erfolgreich hervor. So benannte er seine Schule in Takagi Yōshin Ryū.

Im Jahr 1671 begann Takagi Umannosuke Shigesada sein Studium bei Shigenobu. Er wurde neuer Soke der Takagi Yōshin Ryū und fügte viele Techniken der Jujutsu Schule Takauchi Ryū hinzu. 1695 wurde er durch den Kaiser als ein Kampfkünstler hoher Klasse geehrt.

Er übte sich auch im Zen, bei einem Mönch mit Namen Gudo-Washo aus dem Chuzen-Tempel. Viele Lehren des Zen fügte Umannosuke der Takagi Yōshin Ryū bei.

Er reiste dann viele Jahre durch Japan um seine Schule zu lehren. Er nannte sie damals Takagi Yoshin Ryū Dakentaijutsu, Bojutsu, Sojutsu, Naginatajutsu und Senban Nage.

Umannosuke starb am 26.April 1711.

Sein Sohn Takagi Gennoshin Hideshige lehrte die Schule in der Hyogo Provinz, allerdings wieder unter Jutaijutsu.

In einem Wettstreit kämpfte er mit Ohkuni Kihei Shigenobu, dem 13. Soke der Kukishinden Ryū. Es stellte sich heraus, das das Jutaujutsu der Takagi Yōshin Ryū dem der Kukishinden Ryū überlegen war. Umgekehrt verfügte aber die Kukishinden Ryū über die besseren Bojutsu-Methoden. Ohkuni wurde gebeten zu bleiben und er willigte ein. Beide Soke überarbeiteten die Schule neu und lehrten beide Systeme parallel.

Gennoshin erkrankte jedoch schwer und starb am 2. Oktober 1746. Vor seinem Tod, bat er Ohkuni das System so zu lehren, wie sie es zusammen kreiert hatten. So wurden die Schulen dann umbenannt in Hontai Takagi Yōshin Ryū und Hontai Kukishinden Ryū. Später dann, teilte Ohkuni beide Schulen wieder auf.

Der 13. Soke Yagi Jigero Hisayashi war ein Samurai aus dem Schloss Akoh in der Hyogo Provinz. Er reiste lange Zeit als Ronin durchs Land und ließ sich dann in Akashi nieder. Yagi übertrug die Lehren an drei seiner Schüler: Ishitani Takeoi, Ishibashi und Fujita Togoro. Fujita lehrte diese Schule weiter und unterrichtete auch Mizuta Yoshitaro (Mizuta Tadefusa), welcher die Menkyo Kaiden übertragen bekam.

Ishitani lehrte Hontai Takagi Yoshin Ryū und Hontai Kukishinden Ryū und übertrug diese an seinen Sohn Ishitani Matsutaro und er unterrichtete Takamatsu Sensei. Die Unterweisung im Takagi Yōshin Ryū erhielt Takamatsu Sensei durch Mizuta Tadefuse und die Überreichung der Schriftrollen fand im August 1908 statt.

An Hatsumi Sensei übertrug Takamatsu die Schriftrollen im Mai 1959.

Prinzipien der Takagi Yōshin Ryū

  • Typisch für die Takagi Yōshin Ryū sind Block- und Schlagtechniken auf den selben Kyusho.
  • In der Takagi Yōshin Ryū werden Schläge auf verschiedene Kyusho-Punkte verwendet.
  • In der Takagi Yōshin Ryū benutzt man oft Kiai. Vokale wie („a“, „o“, „e“, „i“ und „u“) bei defensiven Techniken wie Blocken und Konsonanten („ka“, „ta“, „to“, etc.) beim Schlagen oder Kicken.
  • In dieser Ryū werden Würfe oft dadurch ausgeführt, dass man beim Werfen auf die Knie geht, um das Körpergewicht besser nutzen zu können.
  • Es werden oft Kicks zu den Beinen des Angreifers ausführt.
  • Nyuken ist der Name dieser Schule für den Fudoken.
  • Man schaut in die Augen des Gegners, um seine Intentionen wahrnehmen zu können.

Die Kyusho im Takagi Yōshin Ryū sind bekannt als  Kirigami Yurushi, und waren nur der erste Schritt, die Kyusho zu erlernen. Es ist wichtig, sich der Beziehung zwischen Schlag, Waffe und der Natur bewusst zu sein, wenn man einen Kyusho-Punkt schlägt. Im Kirigami Yurushi gibt es mehr als  30 grundlegende Kyusho.

Wenn die Techniken angewendet werden, macht man es dem Gegner so schwer wie nur möglich, sich deren durch Fallen oder Rollen zu entziehen. Die Techniken bei diesem Stil des Jujutsu kommen vom Kampf in engen Burg-Korridoren oder privaten Gebäuden, im Gegensatz zu Stilen die für den Kampf auf dem offenen Felde oder auf Straßen gedacht waren. Es gibt keine großen Würfe oder Take-Down´s. Der Gegner wird eng an den Körper gebracht und direkt nach unten geworfen, anstelle ihn von sich weg zu werfen. Es ist wichtig, die gegnerische Kraft und Balance gegen ihn einzusetzen.  Diese Schule benutzt manchmal eine Technik mit dem Namen Rensa Sankaku (“Drei Stöcke”), eine Bewegung welche gegen einen Schwertangreifer benutzt wird.

Takagi Yōshin Ryū wurde zeitweise auch als “Bodyguard-Schule” benutzt. Vor allem das  Jujutsu ohne Waffen war hierbei sehr wichtig gegen Gegner mit oder ohne Waffe. Früher war es nicht erlaubt, ein Katana innerhalb einer Burg oder eines Hauses zu tragen. Den Bodyguards war es jedoch manchmal erlaubt, ein Kurzschwert (Kodachi) zu tragen.

Wenn man an der Jacke gepackt wird, legt man die Handfläche auf die Hand des Gegners und deckt diese so ab. Diese Taktik wird oft in anderen Bujinkan-Schulen benutzt. Aber im Takagi Yōshin Ryū wurde die Hand oft gepackt, wobei der Daumen Druck auf den Handrücken des Gegners oder gegen seinen kleinen Finger ausübte.

Eine andere Charakteristik des  Takagi Yōshin Ryū ist es, den Gegner am Boden mit 2-3 Kyosho zu kontrollieren, während der Verteidiger über ihm steht. Der Grund dafür war, so auf einen möglichen nächsten Gegner möglichst schnell reagieren zu können.